Mehr Migranten in die Feuerwehr
Feuerwehren Harenberg und Letter präsentieren ihre Arbeit
Einsatzkräfte simulieren Rettung nach Lastwagenunfall
Mitten drin im Einsatz: Die Ortsfeuerwehr Harenberg hat den rund 200 Besuchern ihres Tages der offenen Tür am Sonnabend ein spannendes Programm geboten. Die Jugendfeuerwehr zeigte einen Löschangriff, der Höhepunkt des Tages war allerdings ein Übungseinsatz. Zusammen mit der Ortsfeuerwehr Seelze demonstrierten die Harenberger die Rettung eines Lastwagenfahrers. Der Fahrer, gespielt von Feuerwehrmann Marc Menell, war nach der Kollision mit einem Brückenpfeiler in der Fahrerkabine eingeschlossen und wurde von den beiden Feuerwehren befreit. „Wir wollten damit zeigen, wie schwierig es ist, einen Verletzten aus dem Führerhaus zu retten“, erläuterte Ortsbrandmeister Dieter Saborowski. Er wolle Verständnis bei den Besuchern schaffen, falls es nach einem Unfall zu längeren Staus kommen sollte. Erstmals präsentierte sich gestern auch die Jugendfeuerwehr Letter der Öffentlichkeit und warb um neue Mitglieder. Der Zuspruch der Besucher in der Feuerwache bei Löschübung und Fahrzeugschau war gut.
Dräger Feuerwehr-Website-Wettbewerb 2011
Stein erinnert an Jubiläum der Stadt
Das Beispiel soll Schule machen: Die Ortsfeuerwehr Seelze hat gestern nicht nur den Stein zur Erinnerung an den 975. Stadtgeburtstag enthüllt, sondern auch angekündigt, den Standort bepflanzen und pflegen zu wollen. „Das wird ein Platz sein, den wir uns als Feuerwehr auf die Fahnen schreiben und pflegen“, kündigte Ortsbrandmeister Alfred Blume an. In dem Beet rund um die neu gepflanzte Linde vor dem Alten Krug will die Feuerwehr demnächst Rosen pflanzen. „Das rechne ich Euch hoch an“, sagte Ortsbürgermeister Walter Mill. „Ich hoffe, dass das ein Vorbild ist für andere Organisationen.“ Das Geld für die Pflanzen will der Ortsrat beisteuern. Der Stein selbst erinnert nicht nur an den Stadtgeburtstag vor fünf Jahren, sondern auch an das gleichzeitig gefeierte 110-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr. Die Frauen der Feuerwehrleute hatten den Stein damals gespendet. Dass es fünf Jahre lang gedauert hat, bis er aufgestellt werden konnte, lag unter anderem an der schwierigen Standortsuche. „Wir haben immer gesagt, er muss in die Mitte des Ortes“, stellte Blume klar. Die Stadtverwaltung habe aber zunächst andere Plätze vorgeschlagen.
Mehr Migranten in die Feuerwehr
Özkan unterstützt Projekt
Die Jugendfeuerwehren in Stadt und Region wollen gezielt junge Menschen mit Migrationshintergrund fürs Mitmachen gewinnen. Dabei erhalten sie prominente Unterstützung: Gemeinsam mit Sozialministerin Aygül Özkan stellte Landesjugendfeuerwehrwart Frank Lohmann am Montag das Projekt „Vielfalt im Team macht uns stark“ in den Räumen der VGH Versicherung in Hannover vor. „Menschen mit Migrationshintergrund müssen noch viel mehr die Gelegenheit bekommen, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu üben und ihre sozialen Kompetenzen zu stärken“, sagte Özkan. Die freiwilligen Feuerwehren seien dafür der richtige Ort. „Junge Menschen sind begeistert von dem Gruppengefühl, das sie dort erfahren, und von der Verantwortung, die sie dort übernehmen dürfen“, sagte die Ministerin – und bekam reichlich Zustimmung: Dutzende Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehren nickten bestätigend in die Runde. Die Niedersächsische Jugendfeuerwehr und das Sozialministerium hatten zahlreiche Vertreter verschiedener Migrantenverbände zu der Veranstaltung geladen. „Es gibt einen ganz einfachen Grund, warum bisher so wenige Migranten Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren sind“, sagte Özkan. Vielen sei die Bedeutung dieser deutschen Institution nicht bewusst. „In anderen Ländern gibt es die Feuerwehr in dieser Form nicht“, sagte die Ministerin. „Die gemeinsame Arbeit in den Jugendfeuerwehren ist eine Chance für mehr Menschlichkeit, für gegenseitige Unterstützung in der Not“, sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hans Graulich. Die Feuerwehr habe die Aufgabe, Menschen zu retten. „Und zwar jeden. Da sind uns alle Unterstützer willkommen“, sagte Graulich.
Schluss soll erst mit 67 sein
Das Heraufsetzen der Altersgrenze für Feuerwehrleute könnte auch in Seelze helfen
Angesichts der älter werdenden Gesellschaft und veränderter Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt diskutieren Feuerwehrleute bundesweit über das Heraufsetzen der Altersgrenze. Auch in Seelze könnte das die aktiven Brandbekämpfer entlasten.
Das Niedersächsische Brandschutzgesetz regelt, dass freiwillige Feuerwehrleute mit Ende 62 aus dem Dienst ausscheiden müssen. Doch wie passt das zum Renteneintrittsalter von bald 67 Jahren? „Eine Angleichung wäre nur konsequent“, sagt Seelzes Stadtbrandmeister Jürgen Rosummek – und seiner Meinung nach auch sinnvoll. Jede Menge Aufgaben seien denkbar für diese Personengruppe, ist er überzeugt. Ein Kamerad beispielsweise sei total traurig, dass er gerade mit 62 Jahren aus dem aktiven Dienst habe ausscheiden müssen. „Dabei war er bis zuletzt Atemschutzgeräteträger“ – eine der härtesten Aufgaben im Feuerwehrwesen. Zuletzt hatte sich der Kreisfeuerwehrverband Lüchow-Dannenberg in einem Appell an das Innenministerium für eine Anhebung der Altersgrenze starkgemacht. Im dünn besiedelten Landkreis werden die Auswirkungen des demografischen Wandels in Zusammenhang mit den veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes – Arbeitgeber erwarten immer mehr Flexibilität und tolerieren Abwesenheitszeiten beispielsweise aufgrund des Feuerwehrdienstes immer weniger – schon jetzt sichtbar. Ganz so weit ist es in Seelze noch nicht. Im Moment sei die Stadtfeuerwehr noch relativ gut aufgestellt, sagt Rosummek. „Aber das wird auch hier ein Thema werden“, ist er überzeugt. Entscheidend für die Einsatzplanungen ist die sogenannte Tagesverfügbarkeit: Wie viele Retter können tatsächlich zum Einsatz fahren? Bedingt durch auswärtige Arbeitsplätze und die hohe Mobilität auch im Freizeitverhalten muss der Stadtbrandmeister ständig an der Alarm- und Ausrückeordnung nachbessern. „Mittlerweile wird schon bei fast jeder Gelegenheit auf Zug-Ebene alarmiert.“ Soll heißen: Bei einem Brand oder Verkehrsunfall wird nicht wie früher nur eine Ortsfeuerwehr in Marsch gesetzt, sondern gleich mehrere – damit man sichergehen kann, dass am Einsatzort dann auch tatsächlich genügend Helfer anpacken können. Das Innenministerium arbeitet gerade an einer Novellierung des Brandschutzgesetzes. Doch ob sich damit auch die Altersgrenze für Feuerwehrleute ändern wird, ist noch völlig offen.
Jagau würdigt die Arbeit der Feuerwehren
Appell an Politik und Arbeitgeber – Kindergruppen wachsen enorm
„Die Feuerwehren kennen keine 40-Stunden-Woche und kein Wochenende“: Mit diesen Worten hat Regionspräsident Hauke Jagau am Sonnabend bei der Delegiertenversammlung des Feuerwehrverbandes der Region in der Mensa der KGS Sehnde den Einsatz von rund 11800 Brandbekämpfern gewürdigt. Die Feuerwehrleute benötigten weiterhin die Unterstützung der Politik, sagte er – und das beziehe sich nicht nur auf die Qualität der Ausrüstung, sondern auch auf die Rückendeckung gegenüber Arbeitgebern, welche die Feuerwehrleute für Einsätze und Lehrgänge freistellen. Der Feuerwehrverband der Region vertritt 10800 Aktive aus 226 Ortsfeuerwehren, 550 Angehörige der Berufsfeuerwehr Hannover und 360 Mitglieder von Werksfeuerwehren. Regionsbrandmeister Bernd Keitel berichtete in Sehnde unter anderem von den Bemühungen um die Einführung des Feuerwehrführerscheins für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen. Diese stünden kurz vor dem Erfolg und würden in Niedersachsen nach dem Beschluss im Bundestag zügig umgesetzt, kündigte Keitel an. Regionsjugendwart Michael Homann berichtete von Erfolgen beim Aufbau von Kinderfeuerwehren. Dort sei die Mitgliederzahl binnen Jahresfrist von 250 aus 870 gestiegen. Bei den Vorstandswahlen wurde Detlef Hilgert aus Sehnde als Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren zum Nachfolger von Klaus-Eckehard Löffler aus Hannover zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Führerschein für Feuerwehr
Der Weg für einen Feuerwehrführerschein für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen ist frei. Der Verkehrsausschuss des Bundestags gab am Mittwoch grünes Licht für den Gesetzentwurf von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Damit gilt die Zustimmung des Bundestags als sicher. Die Regelung gilt für Feuerwehr, Rettungs- und Hilfsdienste. Mitglieder können damit dort künftig einen Führerschein mit erweiterten Sonderrechten erwerben – bisher galt der Feuerwehrführerschein nur für ein Gewicht von 4,75 Tonnen.
Japaner bitten um Hilfsgüter
Kommunen und Feuerwehren stellen Listen zusammen – Heuer: Purer Aktionismus
Ein Hilferuf aus dem von Erdbeben, Tsunami und Atomreaktorkatastrophe betroffenen Japan hat die Region erreicht. Nach Auskunft von Regionssprecherin Christina Kreutz wurde das internationale Hilfsersuchen, das die Europäische Union aus Fernost erhielt, an die Kommunen und örtlichen Hilfsdienste weitergegeben. Die Region sammele anschließend die Art und Anzahl der von den Kommunen gemeldeten Hilfsgüter und melde sie dem Innenministerium weiter. „Dann wird man sehen, was angefordert wird“, sagte Kreutz. Während beispielsweise in Langenhagen eine Liste mit möglichen Hilfsgütern im Wert von etwa 50000 Euro – darunter Notstromaggregate und Zelte – zusammengestellt wurde, bezeichnete der Garbsener Bürgermeister Alexander Heuer den Aufruf gestern als puren Aktionismus: „Es ist wenig sinnvoll, Material, das wir aus Indien und China importiert haben, gebraucht nach Japan zurückzuschicken.“ Nützlicher seien da Geldspenden. Die geforderte Feuerwehrausrüstung brauche man selbst, da sonst bei Notfällen vor Ort Engpässe entstehen würden. Auch Seelzes Stadtbrandmeister Jürgen Rosummek hält Geldspenden für ein geeigneteres Mittel, um zu helfen. Ihm stelle sich vor allem die Frage, ob der Transport angesichts der großen Entfernung sinnvoll sei. Dennoch hat er auf die Anfrage unverzüglich reagiert. Die Seelzer Feuerwehr könne allerdings nicht viel zur Verfügung stellen. Lediglich eine gebrauchte Tragkraftspritze und fünf noch originalverpackte Chemietoiletten – Restbestände aus Zeiten des Kalten Krieges – wären entbehrlich. „Wir knapsen auch bei jedem Schräubchen“, sagte Rosummek.
Bernd Keitel bleibt Regionsbrandmeister
154 Brandmeister geben ihm in Wunstorf ihre Stimme – Seit 1993 ist er im Amt, in zwei Jahren ist aber Schluss
„Der Alte ist der Neue“, verkündete Wahlleiter Hans-Jürgen Grigat nach der Wiederwahl Bernd Keitels zum Regionsbrandmeister. Die wahlberechtigten Stadt-, Gemeinde- und Ortsbrandmeister der Region Hannover haben sich am Sonnabend im Forum der Wunstorfer Otto-Hahn-Realschule getroffen, um in geheimer Wahl den Regionsbrandmeister und seinen Stellvertreter zu benennen. Die Wahl sei erforderlich, sagte Pressewart Armin Jeschonnek, weil die sechsjährigen Amtszeiten von Bernd Keitel (Wennigsen-Bredenbeck) und von seinem Stellvertreter Hans-Jürgen Grigat (Neustadt) zum 31. Oktober beziehungsweise 31. Juli auslaufen. Keitel, der seit 1993 zunächst Kreis- und später Regionsbrandmeister war, wurde mit 154 Stimmen bei 39 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen deutlich zum vierten Mal für eine sechsjährige Amtszeit gewählt. In zwei Jahren ist für Keitel aber Schluss. Dann hat der 59-Jährige aufgrund des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes die Altersgrenze erreicht. Sein Stellvertreter Hans-Jürgen Grigat, Brandschutzabschnittsleiter I, stellte sein Amt als Stellvertreter zur Verfügung. Seine Aufgaben übernimmt Detlef Hilgert (50) aus Sehnde-Müllingen. 187 Brandmeister stimmten für den Brandschutzabschnittsleiter IV, 14 gegen ihn, fünf enthielten sich. Nach der Wahl durch die Orts-, Stadt- und Gemeindebrandmeister muss nun die Regionsversammlung der Berufung in das Ehrenbeamtenverhältnis bei der Region Hannover zustimmen. Dies gelte jedoch im Allgemeinen als sicher, sagte Jeschonnek. Nach der Wahl bleibt Keitel auch weiterhin Regierungsbrandmeister der Polizeidirektion Hannover. „Die Zusammenarbeit mit Bernd Keitel und seinen Kameraden ist hervorragend“, sagte Brandoberrat und Brandschutzdezernent Hanko Thies. „Wir freuen uns über die sehr gute Wahlbeteiligung“, sagte Jeschonnek zum Abschluss der zweistündigen Veranstaltung. Von den wahlberechtigten 209 Ortsbrandmeistern sowie 20 Stadt- und Gemeindebrandmeistern waren 206 zur Stimmabgabe nach Wunstorf gekommen.
23 erhalten Lizenz zum Löschen
Nachwuchs für die Feuerwehr erfolgreich – Truppmannausbildung geht in Velber zu Ende
Nach fünf Wochen eisernen Trainings halten 23 Prüflinge sie endlich in den Händen – die ersehnte Lizenz zum Löschen. 58 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis liegen hinter den überwiegend jugendlichen Feuerwehranwärtern. Nach der bestandenen Prüfung am Sonnabend wurden sie im neuen Feuerwehrhaus in Velber in den Kreis der aktiven Feuerwehrleute aufgenommen. Stolz nahmen die Absolventen ihre Urkunden von Ausbildungsleiter Frank Wollny und Regionsausbildungsleiter Detlef Köllenberger entgegen. Vorbei ist damit die Zeit, in der sie beim Einsatz die Löscharbeiten nur aus der Ferne beobachten durften: „Jetzt darf ich endlich vorne mit am Schlauch stehen“, freute sich die 16-jährige Andrea. Ohne die bestandene Prüfung war die Gefahrenzone absolute Tabuzone. Bisher durften sich die Jugendlichen nicht weiter als 20 Meter vom Löschwagen in Richtung Feuer bewegen. Die Vorbereitung auf die Prüfung bereitete den Anwärtern kaum Probleme: „Wir haben bereits in der Jugendfeuerwehr viel gelernt“, sagte Luisa. Doch die Prüfer achteten auch auf Kleinigkeiten: Ist der ausgerollte Schlauch auch nicht verdreht? Und halten die Prüflinge die Leiter korrekt? „Schon mit kleinen Fehler können sie sich im Einsatz selbst verletzten“, erläuterte Feuerwehrsprecher Jens Köhler. Doch mit dem Lernen ist noch nicht Schluss: Nach zwei Jahren Mitarbeit in den Ortsfeuerwehren folgt der zweite Teil der Truppmannausbildung. Für Lars ist dies jedoch nur ein Schritt zu seinem eigentlichen Ziel: „Ich will Berufsfeuerwehrmann werden. Die Arbeit ist hart, aber sie macht mir Spaß“, blickte der 16-Jährige in die Zukunft.