Samstag, 15. Dezember 2018

Einsatzkleidung

Zum Schutz der Einsatzkräfte bei Bränden und technischen Hilfeleistungen wird eine besondere Einsatzbekleidung getragen. Als Kopfschutz dient ein Feuerschutzhelm mit Visier und Helmlampe. Bei Brandeinsätzen wird unter dem Helm zusätzlich eine Flammschutzhaube getragen, um das Gesicht der Einsatzkraft vor plötzlichen Flammbildung zu schützen. Der Körperschutz besteht aus einer Einsatzüberjacke und einer Einsatzüberhose. Spezielle Schutzhandschuhe und Sicherheitsstiefel ergänzen diese Schutzbekleidung.

Die Kleidung entspricht allen aktuellen Normen (u.a. EN 469) und erfüllt alle an Schutzkleidung gestellten Anforderungen.

Technische Hilfeleistung

Brustgurtsystem

Statt des bisher üblichen Feuerwehrgurtes mit Beil, der auf Hüfthöhe über der Jacke getragen wurde, ist der neue Gurt in die Jacke integriert. Auf Brusthöhe kann man sich nun wesentlich sicherer abseilen, da der Körperschwerpunkt tiefer als zuvor liegt. Zudem ist das neue System 2,5kg leichter.

Feuerwehrhelm

Der Feuerwehrhelm schütz die Einsatzkraft vor herabstürzenden Gegenständen .Der Helm kann von außen über die Kopfweitenverstellung individuell angepasst werden. Ausgestattet ist er mit einem Nackenschutz, einem großflächigem Gesichtsschutz, einem Augenschutzvisier und einer Helmlampe.

Helmlampe

Die Helmlampe ist wichtig um in der Dunkelheit oder bei starker Rauchentwicklung ein helles Arbeitsumfeld zu schaffen. Dieses Lampenmodell wird in der Mitte auf dem Helm angebracht, ein anderes, verwendetes Modell wird seitlich am Helm befestigt. Die Lichtstärke der dort verbauten LED‘s kann über einen Drehknopf reguliert werden.

Kevlarverstärkung

Besonders stark beanspruchte Bereiche sind mit dem feuerbeständigen Kevlar verstärkt. Dieses soll zusätzlich die Einsatzkleidung vor Beschädigungen schützen.

Kniepolster

An den Hosen sollen Polster die Knie der Feuerwehrleute entlasten, wenn Sie kriechen müssen.

Einsatzüberhose

Die sandfarbenen Jacken und Hosen bringen gleich mehrere Vorteile. Die helle Farbe heizt sich weniger stark auf und wird nachts besser gesehen. Dadurch wird die körperliche Belastung der Einsatzkraft etwas gemindert. Eine Kontamination, welche sich nach dem Einsatz auf der Kleidung befinden kann, wird auch optisch besser gesehen.

Einsatzüberjacke

Die Einsatzkleidung besteht aus feuerbeständigen Schichten. Durch die Kombination von besonderen Materialien sind die Jacken und Hosen extrem hitzebeständig und dennoch leicht und atmungsaktiv.

Reflektorstreifen

Durch die reflektierenden Elemente an der Einsatzkleidung wird die Sichtbarkeit der Einsatzkraft vor allem im Straßenverkehr deutlich erhöht.

TH-Handschuhe

Diese Handschuhe können bei so gut wie allen Einsatzfällen genutzt werden, bei denen der Träger nicht einer starken Hitze oder gefährlichen Stoffen ausgesetzt ist. Vornehmlich werden diese Handschuhe zur technischen Hilfeleistung eingesetzt. Dabei ist es wichtig, dass die Handschuhe bestimmte Anforderungen erfüllt (DIN EN 388). Dies setzt voraus, dass die Handschuhe besonders schnitt-und stichfest, reißfest sowie abriebfest sind.

Einsatzstiefel

Die Feuerwehrstiefel sind mit Stahlkappen und einer durchtrittsicheren Sohle ausgestattet.

Brandbekämpfung

Atemschutzgerät

Das Atemschutzgerät ist unerlässlich bei Feuer und der dabei entstehenden Rauchentwicklung sowie bei anderem gefährlichen Gasen und Partikeln, die während eines Einsatzes sich in der Luft befinden können. Mit dem Gerät ist es möglich, den Feuerwehrmann unabhängig von der Umgebungsluft mit Luft (Sauerstoff) zu versorgen. Dies ermöglicht ein Arbeiten in Bereichen, in dem eine ungeschützte Person nicht mehr atmen könnte. Zu dem Atemschutzgerät gehören mehrere Bestandteile. Zum einen die mit Luft gefüllte Druckluftflasche, die auf einer Trägerplatte befestigt wird. An der Trägerplatte ist eine Tragevorrichtung angebracht, sodass das Gerät auf dem Rücken des Feuerwehrmanns getragen werden kann. In der Druckluftflasche befinden sich zu Beginn ca. 1800 L Luft, welche durch 300 Bar Druck auf ca. 6 Liter komprimiert werden. Da die Luft unter diesen Bedingungen nicht geatmet werden kann, befindet sich am Öffnungsventil der Flasche ein Druckminderer, der den Flaschendruck von 300Bar auf ca. 4-14 Bar herunter regelt. Über eine Mitteldruckleitung wird die Luft zum Lungenautomaten befördert, welcher wiederum an der Atemschutzmaske angeschlossen ist. Neben dem Druckminderer befindet sich außerdem eine Warneinrichtung, welche ab einem Druck von ca.60 Bar anfängt zu piepsen. Ein Zeichen dafür, dass die maximale Arbeitszeit mit dem Gerät fast erreicht ist. Im Regelfall reicht die Atemluft für ca.30 Minuten.

Brandeinsatz-Handschuhe

Die Handschuhe sind wichtiger Bestandteil der Ausrüstung. Sie schützen den Feuerwehrmann an den Händen vor der vorherrschenden Hitze und dem Feuer. Somit können u.a. auch stark erhitzte Gegenstände angefasst und z.B. beiseite geräumt werden. Ähnlich wie bei den TH-Handschuhen ist jedoch auch eine gute Schnitt- und Stichfestigkeit erforderlich.

Nackenschutz

Der Nackenschutz ist innerhalb des Helmes befestigt und schützt den Feuerwehrmann vor brennenden und kontaminierten Partikeln, die während eines Einsatzes in den Nackenbereich und somit auch innen in die Jacke fallen könnten. Der Schutz besteht wie die Flammschutzhaube aus einem hitzebeständigem und feuerhemmendem Material.

Lungenautomat

Der Lungenautomat ist über eine Mitteldruckleitung mit der Atemluftflasche auf dem Rücken des Atemschutzgeräteträgers verbunden. Dieser wird im Einsatz dann an den Atemanschluss der Gesichtsmaske angeschlossen und verbindet somit die Flasche mit der Maske. Über den Lungenautomaten kann während des Einsatzes unter Atemschutz kontrolliert Luft eingeatmet werden. Möglich wird dies durch verschiedene Kipphebel und Membranen, die unter anderem den erhöhten Druck der Luft aus der Flasche (Durch vorherigen Druckminderer von ca.300 Bar auf ca. 4-12 Bar gesenkt) auf den Umgebungsdruck senken.

Manometer

Das Manometer ist eine Einrichtung im Gesamtaufbau eines Pressluftatmers, die es ermöglicht den aktuellen Füllstand der in der Flasche befindlichen Luft abzulesen. Im Regelfall ist die Flasche mit einem Druck von 300 Bar befüllt. Die Flasche hat ein Fassungsvermögen von 6 Litern. Bei 300 Bar Fülldruck stehen dem Träger somit 1800L Luft zur Verfügung.

Notsignalgeber

Der Notsignalgeber ist ein hochempfindlicher Bewegungssensor und kann als Alarmgerät und/oder als Gerät zur Detektion von Personen in Notlage verwendet werden. Bleibt der Träger für ungefähr 25s bewegungslos, aktiviert das Gerät automatisch 15s lang einen Voralarm. Kann sich der Träger während dieser Zeit nicht bewegen wird automation ein Vollalarm ausgelöst. Das akustisches und optisches Alarmsignal (das auch manuell ausgelöst werden kann) dient um andere zu warnen und beim Finden einer Person in Gefahr zu helfen.

Atemanschluss & Flammschutzhaube

Die Vollschutzmaske auch Atemanschluss genannt, trennt den Atmungsbereich des Feuerwehrmanns zu 99% von der Umgebungsluft. Durch Dichtlippen an der äußeren Kante der Maske wird ein Durchdringen von giftigen Gasen oder Partikeln unmöglich. Innerhalb des eigentlichen Maskenkörpers mit Sichtscheibe befindet sich zusätzlich eine Innenmaske. Diese deckt Nase und Mund ab, sodass dort über das Ein-und Ausatemventil zusammen mit dem Lungenautomaten geatmet werden kann. Darüber hinaus ist die Innenmaske mit einer Sprechmembran ausgestattet, die eine verständlichere Kommunikation über die Maske ermöglicht. Die Maske wird mittels einer Kopfbänderung im Gesichtsbereich fixiert.

Die Flammschutzhaube besteht aus einem hitzebeständigem und feuerhemmenden Material und schützt somit den Feuerwehrmann an den Seiten des Kopfes und insbesondere an den Ohren. Da der Körper ca.1% der giftigen Stoffe aus den Rauchgasen über die Haut aufnimmt, ist es sehr wichtig dass jeder Bereich am Körper abgedeckt ist. Die Flammschutzhaube wird ähnlich einer Mütze über den Kopf gezogen und reicht bis in den Schulterbereich. Sie ist passend und abschließend zu der Vollschutzmaske geformt.

Gelesen 1760 mal Letzte Änderung am Montag, 05. Februar 2018 20:44