Bereits Mitte der 1980er wurden für die sich damals noch im Bau befindlichen, tunnelreichen Schnellfahrstrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart, spezielle Wagen entwickelt, welche als schienengebundene Rettungsmittel für Einsätze bei schwerwiegenden Unglücksfällen im Bahnbetrieb, insbesondere in Tunneln, geeignet sind. Bis 1988 entstanden einzelne Wagen, welche als Prototypen für die Entwicklung von insgesamt sieben Rettungszügen dienten. Bis 1991 war die Fertigung und Auslieferung aller sieben Rettungszüge abgeschlossen. Mit der Indienststellung der in Serie gefertigten Rettungszüge an den Standorten Hildesheim, Kassel, Fulda, Würzburg, Mannheim und Kornwestheim, wurden die Prototyp-Wagen überflüssig. Im Jahr 1992 wurde mit dem Umbau eines Prototypen begonnen, welcher für den Rettungszug (RTZ) Würzburg diente. Aus ihm entstand der Löschmittelwagen „DB RTZ Löschmittelwagen 383“ für die Bundesbahndirektion Hannover. Zugeteilt wurde das Fahrzeug schließlich der Bahnfeuerwehr des Ausbesserungswerkes Hannover-Leinhausen, die Stationierung erfolgte jedoch am Rangierbahnhof Seelze. Mit der Indienststellung des Löschmittelwagens erhielt dieses Bahndienstfahrzeug die Widmung „Löschzug Wilhelm Köhler“, benannt nach dem ehemaligen Leiter der Bahnfeuerwehr Hannover-Leinhausen. In der Anfangszeit gehörten zwei Kesselwagen mit jeweils 48.000 Litern Löschwasser zum Löschmittelwagen, welche heutzutage nicht mehr Teil des Löschzugs Schiene sind. Ursprünglich war der Löschmittelwagen zwischen den beiden Kesselwagen eingereiht und konnte daher mit 2x 48.000 Litern Löschwasser gespeist werden. Heutiger Eigentümer des LZS ist der Infrastrukurbetreiber DB InfraGo, zu dessen Aufgabe auch die Unterhaltung dieses Fahrzeugs gehört. Die beiden Kesselwagen gehören heutzutage nicht mehr zum Löschmittelwagen und sind daher aus dem Bestand ausgeschieden. Sie wurden an die Bundesschule des THW in Hoya abgegeben und dienen dort bis heute als Übungsobjekte. Im Jahr 2024 erfolgte eine grundlegende Aufarbeitung des Wagens im Ausbesserungswerk der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH am Standort Meiningen.
Als Grundlage für den Löschzug Schiene dient ein Drehgestellflachwagen mit vier Radsätzen vom Typ Rs 684. Ein Aufbau, welcher den Abmaßen eines standardmäßigem 40-Fuß-Containers entspricht, ist fest mit der Ladefläche des Drehgestellflachwagens verbunden. Die Bremsausrüstung entspricht dem heutigen Standard von Güterwagen; Eine mehrlösige Knorr-Bremse mit Einheitswirkung, automatischer Lastabbremsung (KE-GP-A) und Grauguss-Bremssohlen, ist an diesem Wagen verbaut. Das Fahrzeug weist eine Länge über Puffer von 20,98 Metern auf und hat ein Gesamtgewicht von 36.200 Kilogramm. Der kleinste befahrbare Kurvenradius liegt bei 150 Metern, die zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt bei 100 Km/h. Laut Definition handelt es sich bei dem Löschzug Schiene um ein Spezialfahrzeug für bahninterne Tätigkeiten und ist daher als Bahndienstfahrzeug mit den Anfangsziffern 99 eingruppiert. Die vollständige Wagennummer des Löschzug Schiene lautet 99 80 9370 082-6, dessen Halter der DB InfraGo Maschinenpool (DBMP) ist. Aufgrund der Zulassung des Fahrzeugs für das gesamtdeutsche Schienennetz, ist ein Einsatz auch außerhalb des Rangierbahnhofs Seelze möglich, wobei zu beachten ist, dass der LZS einen wesentlichen Teil vom Brandschutzkonzept des Rangierbahnhofs Seelze darstellt.
Im Inneren des LZS befindet sich ein Löschwassertank, welcher ein Fassungsvermögen von 20.000 Litern aufweist. Zusätzlich ist ein Tank mit 1200l Schaummittel integriert, welches bei Bedarf dem Löschwasser zugemischt werden kann. Zur Wasserförderung ist eine tragbare Feuerlöschkreiselpumpe PFPN 10-1000 installiert, welche einen Nennförderstrom von 1000 Litern pro Minute bei einem Nennförderdruck von 10 Bar leistet. Die Bezeichnung PFPN steht für "Portable Firepump Normal Pressure" (Tragbare Feuerlöschpumpe Normaldruck).
Des Weiteren befindet sich auf dem LZS ein Stromerzeuger, welcher eine autarke Stromversorgung ermöglicht.
Neben der Normbeladung eines Löschgruppenfahrzeugs, befindet sich folgende Sonderausrüstung auf dem Löschzug Schiene:
- Erdungset Bahn zum Erden von Oberleitungen
- 2x Rettungsloren
- Löschlanzen
- Absperrgerätesatz
- Schlauchtragekörbe mit 40m-B-Schläuchen
- umfangreiches Beleuchtungsmaterial
- Chemiekalienschutzanzüge Körperschutz Form 3
Die regelmäßige Überprüfung sämtlicher Einsatzmittel auf dem Löschzug Schiene obliegt der Ortsfeuerwehr Seelze vollumfänglich und wird in regelmäßigen Abständen durchgeführt sowie dokumentiert.
An seinem Abstellplatz mitten im Rangierbahnhof Seelze, wird der Löschzug Schiene über einen eigenen 400 Volt-Fremdanschluss dauerhaft mit Strom versorgt. Der Löschwassertank sowie das gesamte Innere des Aufbaus, verfügt über eine Heizung, sodass ein Einfrieren des Löschwassers im Winter ausgeschlossen ist. Bei Störungen in der Energieversorgung oder bei Ausfall der Heizungen, sendet das Fahrzeug automatisch eine Störmeldung, sodass eine sofortige Entstörung möglich ist und somit eine dauerhafte Einsatzbereitschaft des LZS gewährleistet ist.
Im Einsatzfall wird der Löschzug Schiene durch Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Seelze besetzt. Aufgrund dessen, dass auf dem Rangierbahnhof Seelze rund um die Uhr Rangierloks besetzt sind, steht jederzeit eine Lok zur Verfügung, welche den LZS im Einsatzfall bespannen kann und eine Überführung zum Einsatzort gewährleistet. Besonders bei Gefahrguteinsätzen innerhalb der Zugbildungsanlage kommt der LZS zum Einsatz. Die weitläufigen Gleisharfen des Rangierbahnhofs Seelze lassen ein Anfahren von Einsatzstellen mit Straßenfahrzeugen oftmals nicht zu.