Gemeinsame Gefahrgutübung des Brandabschnitts II in Letter

Gemeinsame Gefahrgutübung des Brandabschnitts II in Letter Ortsfeuerwehr Seelze

Am Sonntag, den 20.09.2026 fand im Industriegebiet Letter eine Gefahrgutübung statt, an welcher sich die Gefahrgutzüge aus Seelze, Barsinghausen, Ronnenberg, Gehrden sowie die Gemeindefeuerwehr Wennigsen beteiligten.

Die Feuerwehr Seelze, welche zuerst an der Übungs-Einsatzstelle eintraf, fand folgende Lage vor: Auf einem Firmengelände in Letter, welches über einen Gleisanschluss verfügt, stand eine Lokomotive mit zwei Güterwagen. Aus einem Güterwagen, welcher Gefahrgutkennzeichnungen aufwies, tropfte eine zunächst unbekannte Flüssigkeit heraus. Der Lokführer der Lok konnte in der Nähe des Ereignisortes angetroffen und befragt werden. Nach einer ausgiebigen Erkundung der Einsatzstelle und dem Auffinden von Frachtbriefen auf der Lok stellte sich heraus, dass es sich um den Stoff Styren mit der UN-Nummer 2055 handelte, welcher sich als Ladegut im betroffenen Güterwagen befand. Styren ist eine farblose und brennbare Flüssigkeit, welche beim Freiwerden giftige und ätzende Dämpfe entwickelt und bei Normaltemperatur mit der Umgebungsluft ein explosionsfähiges Gemisch bilden kann.

Das Übungsszenario sah vor, dass ein Teil der Fahrzeuge des Seelzer Gefahrgutzuges in einem Paralleleinsatz gebunden war und daher nicht sofort zur Verfügung stand. Nach Abschluss der Erkundung und dem Festlegen des Gefahrenbereichs wurden umgehend die Gefahrgutzüge des Brandabschnitts II sowie der Einsatzleitwagen 2 der FTZ Ronnenberg nachalarmiert.

Unmittelbar nach dem Eintreffen der nachalarmierten Kräfte wurde die Einsatzstelle in vier Einsatzabschnitte aufgeteilt und Einsatzabschnittsleiter benannt:

- Einsatzabschnitt Gefahrenabwehr

- Einsatzabschnitt Warnen

- Einsatzabschnitt Messen

- Einsatzabschnitt Dekontamination

Fortan wurde mit dem Abarbeiten der komplexen ABC-Lage begonnen. Einsatzkräfte aus den Feuerwehren Barsinghausen, Ronnenberg und Wennigsen rüsteten sich mit Chemikalienschutzanzügen der Schutzkleidung Form 3 (schwerer CSA) aus und begannen mit Arbeiten am betroffenen Güterwagen.

Die Feuerwehr Gehrden baute indes einen Dekontaminationsplatz für die Standard-Dekon auf und betrieb diesen.

Nachdem der ersteingesetzte CSA-Trupp die Schiebewände des Güterwagens öffnete, fand dieser verschiedene Gebinde vor: Zwei Fässer und ein IBC, welche allesamt mit Styren beladen waren, befanden sich auf der Ladefläche des Güterwagens. Der IBC wies im unteren Bereich Leckagen auf, aus welchen das Medium austrat. Mit verschiedenen Materialien zum Auffangen und Abdichten wurden die Leckagen provisorisch verschlossen, sodass ein weiterer Stoffaustritt verhindert werden konnte. Anschließend wurde das Medium aus dem schadhaften IBC mittels Fasspumpe über eine Förderstrecke in einen intakten IBC umgepumpt.

Während der Einsatzmaßnahmen am Güterwagen führte die Feuerwehr Seelze mit dem erst im Juni übergebenen und in Dienst gestellten CBRN-Erkundungswagen fiktive Messungen an verschiedenen Messpunkten in der Umgebung durch, um Schadstoffbelastung in der Umgebungsluft bestimmen zu können.

Der Einsatzabschnitt Warnen gehörte zu den Aufgaben der Feuerwehr Wennigsen. Hierfür fuhren Wennigser Kameradinnen und Kameraden einige Straßen im Bereich Letter ab und führten fiktiv Warndurchsagen für die Bevölkerung durch. Zudem führte die Feuerwehr Wennigsen Messungen mit Prüfröhrchen durch, welche durch den Messwagen der Feuerwehr Seelze bereitgestellt wurden. Bei Prüfröhren handelt es sich um versiegelte Glasröhrchen mit Reagenzien, die sich bei Kontakt mit bestimmten Gasen oder Dämpfen optisch verfärben und bei der Feuerwehr für Gefahrstoffmessungen und Gefahrstoffbestimmung vor Ort genutzt werden.

Im weiteren Übungsverlauf wurde angenommen, dass sich der aus dem Güterwagen auslaufende Gefahrstoff über Regenwasserkanäle ausbreitet und in den Lindener Stichkanal läuft. Um die Gefahr für die Umwelt bekämpfen zu können, setzte die Ortsfeuerwehr Seelze ihr Schnelleinsatzboot ein, welches mittels Drehleiter im Kranbetrieb zu Wasser gelassen wurde. Da der Gefahrstoff Styren leichter als Wasser ist und nicht mit Wasser mischbar ist, wurden im Lindener Stichkanal Ölsperren gesetzt, welche eine Stoffausbreitung auf dem Gewässer verhinderten.

Kurz vor Übungsende wurde noch ein Atemschutznotfall am Güterwagen simuliert. Die Simulation sah vor, dass eine Einsatzkraft, in dem Fall eine Übungspuppe, während des Einsatzes im Chemikalienschutzanzug einen medizinischen Notfall erlitt und in dessen Folge zusammenbrach. Unverzüglich wurde der Rettungstrupp, welcher während der gesamten Dauer des CSA-Einsatzes bereitstand, zur Rettung des verunfallten CSA-Trägers eingesetzt. An dem Standard-Dekontaminationsplatz erfolgte eine Dekontamination sowie ein Auskleiden der verunfallten Puppe, welche das Gewicht eines ausgewachsenen Menschen aufwies. Anschließend wurde der Patient an den Rettungsdienst, welcher ebenfalls Teil dieser Übung war, zur weiteren medizinischen Versorgung übergeben.

Für die 74 Einsatzkräfte war die Übung nach etwa vier Stunden gegen 14.00 Uhr beendet. Anschließend folgte eine detaillierte Übungsnachbesprechung. Das Übungsziel, welches die interkommunale Zusammenarbeit bei Gefahrguteinsätzen im Brandabschnitt II war, wurde vollumfänglich erreicht.

Ein großes Dankeschön geht an die Firma Sülzle Stahlpartner, welche ihr Firmengelände für die Übung zur Verfügung gestellt hat. Ferner ermöglichte Rhenus Logistics die Nutzung der Bahninfrastruktur im Bereich der Industriestraße Letter. Die DB Cargo AG stellte für die Übung eine Lokomotive und zwei Güterwagen bereit, herzlichen Dank auch hierfür!

Während der Einsatzübung war eine Schnelleinsatzgruppe des DRK Garbsen mit ihrem medizinischen Fachwissen vor Ort und übernahm neben rettungsdienstlichen Aufgaben im Übungsgeschehen auch die professionelle, medizinische Absicherung aller Einsatzkräfte, welche an der Übung beteiligt waren; Vielen Dank dafür!

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Jens Köhler (Pressesprecher Freiwillige Feuerwehr Stadt Seelze)

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Jens Köhler (Pressesprecher Freiwillige Feuerwehr Stadt Seelze)

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Jens Köhler (Pressesprecher Freiwillige Feuerwehr Stadt Seelze)

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Jens Köhler (Pressesprecher Freiwillige Feuerwehr Stadt Seelze)

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Jens Köhler (Pressesprecher Freiwillige Feuerwehr Stadt Seelze)

Weitere Informationen

  • Von: Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | as
  • Datum: 03.10.2026
Gelesen 95 mal Letzte Änderung am Samstag, 03. Oktober 2026 16:41
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