Feuerwehrleute proben ABC-Einsatz

Feuerwehrleute proben ABC-Einsatz Bild von Jens Köhler (Pressesprecher Stadtfeuerwehr Seelze)

Im Lehrgang in Seelze wird in Schutzkleidung und unter Atemschutz der Ablauf geübt

Für 16 Feuerwehrleute aus der Region Hannover ist das Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Seelze zum Übungsort für einen ABC-Einsatz geworden. Im Frühjahr waren bereits chemische und biologische Gefahren Thema. Jetzt folgte der zweite Lehrgangsabschnitt. Die Gefahr am Einsatzort: Radioaktivität.
Man hört die typischen Atemgeräusche, die entstehen, wenn die Luft nicht aus der Umwelt, sondern aus Druckluftflaschen stammt. Nichts darf durch die Schutzausrüstung von Gero Tospann, Marvin Völger und Romea Struß gelangen, Atemschutz ist Pflicht. Schon ein kleiner Riss in der Schutzkleidung kann im Ernstfall fatale Folgen haben. Die freiwilligen Feuerwehrleute gehören zu den Teilnehmern, die der Lehrgang auf einen solchen vorbereiten soll.
Sollten Struß, Tospann und Völger tatsächlich in ABC-Schutzausstattung zum Einsatz ausrücken, wäre es der einzige Einsatz für die Spezialkleidung. Sie werde nicht mehr sauber gemacht wie früher, sagte Stadtausbildungsleiter Frank Wollny. Niemand könne garantieren, dass nicht irgendwo eine Naht am Gummistiefel oder Anzug offen sei. Also wird alles entsorgt, was in die sogenannte schwarze Zone, den kontaminierten Bereich, gelangt – vom Stiefel bis zum Helm. Weitere Vorteile: Die Einweganzüge sind leichter und kosten etwa die Hälfte. Für die Übung reicht Kleidung im Stil eines Maleranzugs.
Und so arbeiten sich die drei Feuerwehrleute langsam mit dem auf vier Meter ausziehbaren Dosimeter zur Strahlungsmessung an ein Fahrzeug heran. „Sie könnten einen Schritt schneller gehen, aber so, wie sie es machen, finde ich es in Ordnung“, sagte Wollny. „Wir haben einen Prüfstrahler, damit man überhaupt eine Strahlung messen kann.“
Für die Übung stellt der Transporter einen verunglückten Gefahrguttransporter dar. Ist die Messung abgeschlossen, rückt ein zweiter Trupp nach, um die Ladung auf Lecks zu prüfen und den Dummy aus dem Führerhaus zu bergen. Nächste Station: der Dekontaminationsplatz, kurz Dekon. Per aufblasbarer Dusche werden die Einsatzkräfte gereinigt. Ein Filmdosimeter, wie es auch Röntgenschwestern tragen, sitzt unter dem Anzug und gibt Gewissheit, ob Strahlung eingedrungen ist.
Ein Kamerad nimmt Struß von der Freiwilligen Feuerwehr Osterwald Unterende die Gasmaske ab – Übungsende. Wie beurteilt sie den Lehrgang? „Sehr positiv, haben sie richtig gut gemacht“, lobte die 28-Jährige. Die Atmosphäre sei familiär, außerdem sei die Anreise kurz und dadurch gut mit dem Job vereinbar. Für sie war das Thema kein Neuland, die Ausbildung für die Dekontamination hat sie schon. „Es ist immer im Kopf“, sagt Struß über einen möglichen Einsatz.
„Der Lehrgang ist gut gewesen, wir können die Einsatzkräfte mit ruhigem Gewissen in die Gefahrgutzüge übergeben“, sagte Wollny. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, ergänzte Henning Rohrmoser, stellvertretender Regionsausbildungsleiter. Der Lehrgang wurde von der Region im Auftrag des Landes angeboten.

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Weitere Informationen

  • Quelle: HAZ Seelze, 19.09.2017
  • Von: Benjamin Behrens
Gelesen 143 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 04 Oktober 2017 09:31