Montag, 26. August 2019

Schlichthäuser werden abgerissen

Machen sich ein Bild von der Situation: Werner Brzuska (von links), Gerold Papsch, Kornelia Sargin, Alfred Blume und Carsten Strowig. Machen sich ein Bild von der Situation: Werner Brzuska (von links), Gerold Papsch, Kornelia Sargin, Alfred Blume und Carsten Strowig. Thomas Tschörner (HAZ Seelze)
Fläche an der Mühlenstraße wird künftig als Parkplatz für Feuerwehr genutzt

Schon seit 1996 stehen sie leer: Jetzt werden die ehemali- gen Obdachlosenunterkünfte an der Mühlenstraße 2 und 2a abgerissen. Erste Vorarbeiten haben bereits begonnen, bis Ende August sollen die maroden Gebäude verschwunden sein. Die Kosten für den Abriss werden auf 80 000 Euro geschätzt. Das fast 600 Quadratmeter große Grundstück soll dann von der benachbarten Feuerwehr als Parkplatz genutzt werden können.
„Das ist eine schöne Sache, dass die Fläche der Ortsfeuerwehr zur Verfügung gestellt wird“, sagte Gerold Papsch, Vorsitzender des Ausschusses für Ordnung und Soziales (AOS), bei einer Ortsbesichtigung mit Kornelia Sargin, Leiterin des Fachbereichs Baumanagement & Baubetrieb, Ortsbürgermeister Al­fred Blume und seinem Stellvertreter Werner Brzuska sowie Ortsbrandmeister Carsten Strowig. Seit Jahren stünden die Häuser vor der Tür der Feuerwehr, ergänzte Blume. Ursprünglich seien es sogar fünf Gebäude gewesen, von denen Mitte der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts bereits drei abgerissen worden seien. In den verbliebenen beiden Häusern hätten bis 1995 Menschen gewohnt, darunter eine deutsche Großfamilie. In den Gebäuden habe es über Jahre jeweils zwei Wohnungen gegeben, später habe die Kommune daraus einzelne Zimmer gemacht.
Die Ortsfeuerwehr Seelze, eine Schwerpunktfeuerwehr mit jährlich 150 bis 200 Einsätzen, brauche dringend mehr Parkplätze, sagte Strowig. „Die Feuerwehrleute kommen mit ihren privaten Autos, während gleichzeitig schon die ersten Einsatzfahrzeuge vom Hof wollen.“ Dies bedeute die Gefahr von Unfällen, die bislang nur durch große Aufmerksamkeit hätten vermieden werden können. Die Kommune habe das jahrelang schleifen lassen, sagte Blume. Jetzt werde es endlich auf den Weg gebracht.
Sargin erinnerte daran, dass sich in den Jahren 1997/1998 die Haushaltslage der Stadt verschlechtert habe. Deshalb seien die Häuser nur gesichert worden. „Dann haben die Häuser einfach eine ganze Weile leer gestanden, das hat nie einen gestört.“ Ende 2017 hatte Ratsherr Heinrich Aller das Thema aufgegriffen und nach den Kosten für einen Abriss der maroden Notunterkünfte gefragt, die damals auf 45 000 Euro veranschlagt wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt aber noch keinen Plan, was mit dem Grundstück passieren sollte. Strowig habe dann dem AOS vorgeschlagen, die Fläche der Feuerwehr zu überlassen, sagte Papsch. Diese Idee sei bei der Stadt auf offene Ohren gestoßen. Papsch dankte besonders Sargin für ihre Bemühungen. Die maroden Gebäude, auf deren Grundstück sich auch hin und wieder Ratten tummelten, seien kein schöner Anblick. „Man schämt sich einfach, für die Ortsfeuerwehr ist die jetzt gefundene Lösung ein großer Erfolg.“
Die Arbeiten hätten begonnen, sagte Sargin. Der Aufwand sei relativ groß, weil in den Häusern unter anderem auch asbesthaltiges Material verbaut worden sei. Dies sei ungefährlich, solange alles geschlossen sei. Eine Firma schlage derzeit den Putz ab. Auch dieser müsse auf Schadstoffe untersucht werden. Deshalb würden die Kosten auf rund 85 000 Euro kalkuliert. Und letztlich dauerten die Arbeiten auch etwas länger. „Wir hoffen, dass wir Ende August durch sind.“

Weitere Informationen

  • Quelle: HAZ Seelze, 19.07.2019
  • Von: Thomas Tschörner
Gelesen 261 mal Letzte Änderung am Dienstag, 23. Juli 2019 16:35