Mittwoch, 14. November 2018

Nachwuchs übt an der Drehleiter

19 Teilnehmer absolvieren die Truppmannausbildung II auf dem Gelände der Feuerwehr Seelze

Feuerwehrmann oder -frau zu werden, ist für viele ein Kindheitstraum, aber nicht ganz einfach. Ein erster Schritt ist die Truppmannausbildung – eine Grundausbildung in zwei Teilen, die auch einen 80-Stunden-Einsatz in den Freiwilligen Feuerwehren beinhaltet. Für 19 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr wurde es am Wochenende ernst: Am Sonnabend trafen sie sich zur Truppmannausbildung II und bildeten sich in Menschenrettung mit technischer Hilfeleistung weiter.
„Immer wieder müssen Menschen mit Übergewicht gerettet werden, die nicht über das Treppenhaus transportiert werden können“, erklärt Stadtausbildungsleiter Frank Wollny. Das wird an diesem Tag auf dem Gelände der Ortsfeuerwehr Seelze geübt. Auch viele andere Beispiele für den Drehleitereinsatz gebe es, sagt Wollny und verweist auf verletzte Bauarbeiter auf Gerüsten oder hohen Gebäuden.

Krankentrage richtig einsetzen

Weil bei solchen Einsätzen häufig die Krankentrage genutzt werden muss, ist auch das Anbringen an der Drehleiter Bestandteil der Ausbildung. Die richtigen Handgriffe und das nötige Wissen ermöglichten auch das Befestigen einer Schleifkorbtrage sowie das notwendige Sichern der Verletzten, erklärt Wollny. Die unterschiedlichen Tragen würden an einem speziell dafür vorgesehenen Galgen befestigt. Dort könnten auch einzelne Personen wie Feuerwehrleute oder Verletzte hängend befördert werden.
Der 17-jährige Arne Benning übt an diesem Tag, wie er die Schutzausrüstung anlegen muss, wie die Gurte richtig sitzen und wie er Verschlüsse sichert. Benning, der sich seit 2006 bei der Feuerwehr engagiert, hört gespannt zu und lässt sich von seinen Kollegen in die Höhe ziehen. „Ich habe Interesse an Technik und der Feuerwehrarbeit und mag die Gemeinschaft und Kameradschaft hier“, sagt er.
Während sich eine Gruppe mit der Drehleiter beschäftigt, fliegen auf dem hinteren Teil des Geländes die Funken. Dort üben weitere Ausbildungsteilnehmer den Umgang mit Rettungssägen und Trenngeräten. „Das ist wichtig, denn es kann vorkommen, dass bei einem Autounfall die Leitplanke aufgesägt wird oder am Pkw selbst Arbeiten vorgenommen werden müssen“, sagt Wollny.
Theorie und Praxis liegen bei der Ausbildung dicht beieinander, und Themen wie das richtige Verhalten bei einem aufgeblasenen Airbag, die Stabilisierung des Fahrzeugs sowie das Heraustrennen von Scheiben werden dem Feuerwehrnachwuchs ebenfalls nähergebracht. „Das Sagen hat am Unfallort aber immer der Notarzt. Er entscheidet, wo geöffnet wird“, erklärt Wollny. Neben ihm hatten sich noch zwei weitere Ausbilderkollegen auf den Lehrgang vorbereitet, um bei den einzelnen Themen so viel Wissen wie möglich zu vermitteln.

Weitere Informationen

  • Quelle: HAZ Seelze, 05.11.2018
  • Von: Heike Baake
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