Sonntag, 18. April 2021

„Einer für alle, alle für einen“

„Einer für alle, alle für einen“ Ortsfeuerwehr Seelze
Ortsfeuerwehr Seelze besteht seit 125 Jahren / Feier fällt wegen der Pandemie aus

Am 28. Februar 1896 hatten Bürger die Freiwillige Feuerwehr Seelze aus der Taufe gehoben. Unter dem Wahlspruch „Einer für alle, alle für einen“ setzen sich die ehrenamtlichen Helfer seitdem für Mitbürger in Not ein. Die Ortsfeuerwehr hatte zum 100. Geburtstag im Jahr 1996 eine Chronik veröffentlicht und auch das 120-jährige Bestehen vor fünf Jahren noch gefeiert. Coronabedingt wäre das 125-jährige Jubiläum in diesem Jahr fast vergessen worden – abgesehen von einem symbolischen Geburtstagsfoto von Webmaster Hartmut Krüger.

Feier ist vorerst nicht geplant

„Damals stand nur eine Handdruckspritze mit Pferdebespannung zur Verfügung, der Fuhrpark besteht heute aus wesentlich mehr Fahrzeugen“, schreibt Krüger auf der Homepage www.ortsfeuerwehr-seelze.de. Zum Glück sei in den Jahren die Mitgliederzahl deutlich gestiegen. Angesichts der Corona-Pandemie sei derzeit völlig unklar, ob und wann es eine Feier zum 125. Bestehen geben werde, sagt Seelzes Feuerwehrsprecher Norbert Bittner, der mit Krüger für die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr zuständig ist.
„Im Gespräch mit dem Seelzer Ortsbrandmeister Carsten Strowig und seinem designierten Nachfolger Dennis Blume wird schnell klar, dass mir hier zwei Profis gegenübersitzen“, sagt Bittner über die Entwicklung der ehrenamtlichen Arbeit in den vergangenen Jahren. Beide würden die Schwerpunktfeuerwehr der Stadt Seelze und ihrer Mannschaft managen – mit modernen Hilfsmitteln. Während in den Siebzigerjahren der damalige Wehrführer Hans Strowig Berichte noch per Hand mit dem Kugelschreiber schreiben und Formulare ausfüllen musste, hatte sein Nachfolger Alfred Blume für die Anschaffung des ersten Computers gesorgt. „Das ist alles aber kein Vergleich zum heutigen digitalen Brandmeisterbüro in der Feuerwache Seelze, das im Notfall unabhängig vom öffentlichen Stromnetz dank eines eigenen Stromerzeugungsaggregats ist.“
Die Veränderungen in der Feuerwehr würden sich besonders in den Einsätzen und in der neuen Technik widerspiegeln, sagt Bittner. Das mache sich auch auf dem Wasser bemerkbar. So seien die Binnenschiffe länger, breiter und höher als in früheren Jahren. „Plötzlich gab es schwere Schiffsunfälle auf dem Kanal“, so Bittner.
Nach der Anschaffung der ersten Drehleiter hätten die Einsatzleiter hin und wieder das Geschehen aus dem Korb in 30 Meter Höhe beurteilt. „Heute ergibt sich ein umfassendes Lagebild, das von einem Copter aufgenommen und auf einen Bildschirm im Einsatzleitwagen übertragen wird, der ebenfalls mit moderner Computertechnik ausgestattet ist.“
Besonders deutlich wird die technische Entwicklung nach Einschätzung Bittners beim Gefahrgutzug: „Wurde vor 40 Jahren bei Chemieunfällen auf dem Rangierbahnhof die Gefährlichkeit der Stoffe mangels Gefahrgutbeschriftung noch mit Fingerprobe und Geschmackssinn bestimmt, verfügt die Ortsfeuerwehr über einen Messwagen mit hochmoderner Messtechnik.“

Homepage zur Dokumentation

Während Bittner für die Ortsfeuerwehr als Pressesprecher fungiert, dokumentiert Krüger die ehrenamtliche Arbeit auf der Homepage. Doch trotz aller Veränderungen stünde für die Feuerwehrleute nach wie vor die Freude am Retten, Löschen, Bergen und Schützen im Vordergrund, sagte Bittner.

Weitere Informationen

  • Quelle: HAZ Seelze, 06.04.2021
  • Von: Thomas Tschörner
Gelesen 276 mal Letzte Änderung am Dienstag, 06. April 2021 16:09
Mehr in dieser Kategorie: « Ostergruß der Wehrführung